
Die Fachgruppe Physik der RWTH bietet eine Vortragsreihe zu verschiedenen physikalischen Themen für interessierte Laien, insbesondere für Schülerinnen und Schüler der oberen Jahrgansstufen und ihre Lehrerinnen und Lehrer an. Ein Hochschulstudium oder spezielle Physikkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Bei einigen Veranstaltungen werden auch physikalische Experimente durchgeführt.
Ort: Hörsaal Fo2, Karman-Auditorium, Templergraben/Eilfschornsteinstr. 15
Vorläufige Termine:
Samstag 4.11.2006, 11:00
Atome im Visier der Titanen: Wie moderne Elektronenmikroskope Einblicke in den Nanokosmos gewähren
Univ.-Prof. Dr. Joachim Mayer, Gemeinschaftslabor für Elektronenmikroskopie, RWTH Aachen und Ernst Ruska-Zentrum für Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen, Forschungszentrum Jülich
Informationstechnologie, Automobil- und Flugzeugbau: In diesen und vielen anderen technologisch wichtigen Bereichen gehen moderne Materialentwicklungen heute hinunter bis auf die atomare Ebene. Dementsprechend wichtig werden Verfahren zur Charakterisierung auf atomarer Ebene. Die Transmissionselektronenmikroskopie mit ihrer heute erzielbaren Auflösung von unter 0,1 nm entwickelt sich dabei zu einem immer bedeutenderen Werkzeug. RWTH Aachen und Forschungszentrum Jülich haben vor kurzem gemeinsam das Ernst Ruska-Zentrum für Elektronenmikroskopie gegründet, in dem nun zwei der weltweit leistungsfähigsten Elektronenmikroskope stehen. Im Vortrag werden die physikalischen Hintergründe der neuen Geräte erläutert und Einblicke in die Struktur verschiedener technisch wichtiger Materialien gegeben.
Samstag 18.11.2006, 11:00
Die dunkle Seite des Universums
Univ.-Prof. Dr. Laura Baudis, I. Physikalisches Institut B
Das Universum ist nur zu einem kleinen Teil direkt sichtbar. Ein großer Teil besteht aus Materie, die weder im Sichtbaren, noch im UV-, Gamma-, Infrarot- oder Mikrowellenbereich strahlt. Aus Messungen der Rotationskurven von Galaxien, der Masse von Galaxienhaufen, der Verteilung der großräumigen Strukturen, des kosmischen Mikrowellenhintergrunds und der Expansionsrate des Universum wissen wir, dass die sichtbare Materie, aus der Galaxien, Sonnen, Planeten und Menschen bestehen, lediglich etwa 4% des Gesamtinhaltes des Universums bildet. Der Rest ist "dunkel" und kann bisher nur über die Gravitationswechselwirkung enthüllt werden. Die dunkle Materie kann aus sehr massereichen, noch unbekannten Teilchen bestehen, die in einer frühen Phase des Universums entstanden sind. Nach solchen Teilchen wird weltweit mit immer empfindlicheren Detektoren gesucht. Nach einer Einführung in das Gebiet der dunklen Materie wird der gegenwärtige Stand der Forschung vorgestellt, mit besonderem Akzent auf den z. Zt. empfindlichsten Experimenten und einem Ausblick in die Zukunft: welche Empfindlichkeiten werden benötigt, um die Teilchen der dunklen Materie nachzuweisen, und was werden wir über das Universum lernen?
Samstag 25.11.2006, 11:00
Der direkte Blick auf Atome und Elektronen: Rastersondenmikroskope als Werkzeuge der Nanowissenschaft
Univ.-Prof. Dr. Markus Morgenstern, II. Physikalisches Institut B
Die Entdeckung der Rastersondenmikroskopie Mitte der achtziger Jahre hat einen Boom in der Untersuchung nanoskopischer Strukturen ausgelöst. Mittlerweile lassen sich viele Eigenschaften mit Hilfe der Rastersondenmethoden bis hinab zur atomaren Skala untersuchen und gezielt verändern. Dies lässt die Möglichkeit eines atomaren Designs funktionaler Nanostrukturen am Horizont erscheinen. Der Vortrag gibt einen Überblick über bisher erzielte Ergebnisse, Möglichkeiten und Grenzen der Methodik.
Kontaktperson ist Prof. Dr. Uwe Klemradt
Eintritt frei!