
Durch den nun seit einigen Jahren etablierten experimentellen Nachweis von Neutrinoozillationen ist nun auch im Standardmodell der Teilchenphysik die Leptonzahl für jede Generation separat nicht erhalten. Dies führt dazu, dass auch bei der Gruppe von Elektronen, Muonen und Tau-Leptonen eine Verletzung der Familienzahlerhaltung möglich wird. In unserer Arbeitsgruppe untersuchen wir zunächst die sogenannte Lepton Flavour Violation (LFV) in den zwei Kanälen:
τ→ 3 μ
Z→ μ + τ
Diese LFV-Prozesse sind im Standardmodell so stark unterdrückt, dass sie nicht mit aktuellen Experimenten nachzuweisen sind. Wird ein solcher Zerfall jedoch experimentell eindeutig identifiziert, so wäre das ein wichtiger Hinweis auf neue Physik jenseits des Standardmodells, da LFV von vielen populären theoretischen Modellen in weitaus grösserer Stärke als im Standardmodell vorhergesagt wird. In unserer Arbeitsgruppe bereiten wir momentan die Analyse der Daten des CMS-Experiments vor, welches im Frühling 2008 mit der Datennahme beginnen wird. Schon jetzt sind detailierte Simulationen der LFV-Prozesse wichtig für einen späteren Vergleich mit den aufgezeichneten Daten. Dazu werden Ereignisgeneratoren (Monte Carlo-Modelle) benutzt, und der Einfluss des CMS-Detektors genau studiert. Für die Auswertung der Daten werden modernste Analyse- und Computing-Techniken (objektorientierte Programmiersprachen, Computing-GRID) eingesetzt. Wir arbeiten bei der LFV eng mit der Gruppe von Prof. Krämer vom Theoretischen Institut E der RWTH zusammen. Bei Interesse an der Arbeit unsere Gruppe oder einer Diplom- oder Doktorarbeit schaut doch einfach bei uns vorbei.